Aus eigener Betroffenheit heraus habe ich eine Selbsthilfegruppe gegründet, da ich das, wonach ich suchte, hier in Berlin nirgends fand. Die ambulanten Gesprächsgruppen, die es gab, waren stets durch Fachpersonal angeleitet. In diesem Konzept fand ich mich nicht wieder und so nahm ich das Heft selbst in die Hand. Die Betroffenen, die ich zueinander brachte, ließen eine Gruppe entstehen, in der ich auf Verständnis, Akzeptanz und Unterstützung stoße. Dinge, die ich in Bezug auf meine Magersucht zuvor nie erfahren und erlebt habe.

 

Die Anfragen neu interessierter Gruppenteilnehmer rissen nicht ab und bald war die Gruppe am Rande ihrer Kapazität angelangt. Mithilfe des Teams von SEKIS Berlin habe ich einen Projektantrag für die Finanzierung durch eine Krankenkasse gestellt, der genehmigt wurde. Nachdem die Förderung für ein weiteres Jahr bewilligt und die Fördersumme verdoppelt wurde, arbeite ich heute hauptberuflich, als Projektleitung, in der Selbsthilfe.

 

Ich bin sehr dankbar dafür und auch stolz darauf, in der Selbsthilfe zu arbeiten. Mit meinem Wissen und meiner Expertise, die ich im Laufe meiner Erkrankung gesammelt habe, kann ich nun anderen Menschen helfen und sie auf ihrem Weg begleiten. Parallel zu meiner praktischen Arbeit in der Selbsthilfe habe ich den Studiengang Life Coaching (B.Sc.), der Ernährungswissenschaften, Psychologie, Sport- und Trainingswissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Beratung und Coaching, Teamentwicklung sowie Stressmanagement miteinander vereint, erfolgreich abgeschlossen. Zudem bin ausgebildete und zertifizierte Therapiebegleithundeführerin.